Woher kommt eigentlich der Nikolaus - und wieso bringt er Nüsse mit?

Lasst uns froh und munter sein, und uns recht von Herzen freu’n...“ – denn am 6. Dezember ist wieder der Feiertag des Nikolaus. Und der geht besonders für Kinder mit viel Vorfreude einher: am Abend des 5. Dezembers werden die Stiefel, Strümpfe oder auch Teller vor die Haustür gestellt, in der Hoffnung, dass Nikolaus sie mit Gaben füllt. Oft kommt der Nikolaus auch in Begleitung seines mürrischen Gesellen, dem Krampus, oder zweier Engelchen persönlich vorbei. Dann werden aus einem großen, goldenen Buch die Tugenden, aber auch die Missetaten der Kinder vorgetragen – und die Kinder anschließend belohnt mit Mandarinen, Äpfeln, Schokolade oder Nüssen.

Aber woher kommt der Brauch vom Bischof, der Kinder für ihr gutes Benehmen belohnt? Und wieso ausgerechnet mit Nüssen?

 

 

Der Nikolaus als historische Figur

Die Herkunft des Nikolaus ist nicht eindeutig geklärt, doch vermutlich wurde er zwischen 280 n.Chr. in Griechenland geboren und soll um 350 n.Chr. in der Türkei gestorben sein – und zwar an einem 6. Dezember. Um den späteren Bischof von Myra und vor allem um die Güte seiner Person ranken sich zahlreiche Sagen, die bis heute überliefert sind:

 

Nikolaus und die drei Jungfrauen: Ein Vater dreier junger Frauen sah sich genötigt, seine Töchter aufgrund einer auswegslosen Schuldenlage zu Prostituierten zu machen. Nikolaus, als Erbe eines größeren Vermögens, brachte der Familie an drei aufeinanderfolgenden Nächten unbemerkt drei Goldklumpen, um sie vor ihrer Not zu bewahren. In der dritten Nacht entdeckte der Vater den heimlichen Wohltäter und dankte ihm von ganzem Herzen.

 

Nikolaus und die Seefahrer: Laut Legende geriet ein Schiff vor dem Hafen von Myra in Seenot, sodass die Besatzung verzweifelt Gott um Hilfe anriefen. Daraufhin erschien am Steuer ein Mann, der das Schiff seelenruhig und sicher durch den Sturm navigierte, bis die Männer außer Gefahr waren. Als die Matrosen am nächsten Tag die Kirche von Myra betraten, um Gott zu danken, erblickten sie hinter der Altar ebenjenen Mann, der sie nachts zuvor vor einem Unglück bewahrt hatte – Nikolaus, den Bischof der Stadt.

 

Nikolaus und das Kornwunder: Während einer Hungersnot in Myra bat Nikolaus einen handelnden Seefahrer, ihm einige Säcke Korn seiner Fracht zu überlassen und versicherte ihm, dass er durch seine Gebete keine Verluste machen würde. Als der Händler die Säcke anschließend wog, stellte er fest, dass ihr Gewicht sich nicht verändert hatte – bis auf das letzte Körnchen des Getreides.

 

Nikolaus und die drei Verurteilten: Die Sage erzählt, dass Nikolaus drei Männer, die zu Unrecht zum Tod durch den Henker verurteilt wurden, rettete. Er erschien dem amtsinhabenden Kaiser im Traum und bat um die Absolution der Todgeweihten – dieser war davon so beeindruckt, dass er der Bitte nachkam und die Gefangenen freiließ.

 

So nur eine Auswahl an Geschichten, die sich über den Bischof von Myra erzählt werden und die ihn zum Heiligen sowie den Schutzpatron von Schiffsleuten und Kindern werden ließen.

 

 

Nikolaustag: Der Brauch um den 6. Dezember

Um dem Heiligen und seiner Taten zu gedenken, werden am 6. Dezember bis heute viele Bräuche weiterverfolgt und zelebriert. So geht beispielsweise die Tradition des Schiffchensetzens, die sich im Laufe der Zeit auch in das Herausstellen von Schuhen umgewandelt hat, auf die Sage der Schifffahrer zurück. Die Gaben, mit denen die Kinder beschenkt werden, stehen dabei symbolisch für die guten Tagen des Bischofs von Myra und das nächtliche Goldgeschenk, mit denen er die drei Jungfrauen vor ihrem Schicksal bewahrte.

 

Und warum ausgerechnet Nüsse?

Neben Mandarinen, Äpfeln – und neuerdings Schokolade – legt der Nikolaus bei seinem abendlichen Besuch ebenso Nüsse in die Schuhe der Kinder, meistens handelt es sich dabei um Haselnüsse, Walnüsse oder Erdnüsse. Weshalb? Zum einen sind Nüsse natürlich äußerst schmackhaft und lecker – aber auch hinter dieser Tradition steckt eine gewisse Symbolik.

Nüsse sind Erntegaben des Sommers, die den Menschen aufgrund ihrer reichhaltigen Nährstoffkonzentration und langen Haltbarkeit vor allem vor der Zeit von Globalisierung, ganzjährlichem Handel und Konservendosen durch die kalte Jahreszeit halfen. Zum anderen verbanden Menschen seit jeher einen positiven Effekt mit Nüssen – besonders Haselnüssen – der über ihre Nährwerte hinausgeht und angeblich böse Geister und Unglücke abwehrt. Darüber hinaus stehen Nüsse seit dem Altertum als ein Symbol für den Segen der Fruchtbarkeit und somit für das Geschenk vieler Kinder.


Das Geben von Nüssen steht also auch postmortem – mehr noch als die Gabe von Äpfeln oder Mandarinen – für das gute Schaffen und die Wohltaten, die der Heilige Nikolaus laut Sage zu Lebzeiten seinen Mitmenschen zukommen ließ und die besondere Rolle, die er als Schutzpatron der Kinder und Schüler einnimmt. Interessant: oft werden die Walnüsse mit Goldfarbe bestrichen, was auf der einen Seite besonders weihnachtlich und ästhetisch aussieht – auf der anderen Seite aber auch an die Goldklumpen der Jungfrauen erinnert.

 

 

 

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